Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Von Elefantenrennen, Pkw-Maut und osteuropäischen Lkw's

Schnaittenbach/München. (sor)
Während die 5 Prozent ausländischen Pkw’s in aller Munde sind und eine Pkw-Maut gefordert wird, sind die osteuropäischen Lkw’s auf den Autobahnen Bayerns für die Öffentlichkeit kein Thema, bedauert MdL Reinhold Strobl (SPD). Dabei würden die Kosten für eine Maut die zu erwartenden Einnahmen u.U. übertreffen, was aufzeige, wie unsinnig eine Maut wäre.

Transportaufträge auf Fernstrecken von und nach Deutschland würden inzwischen meist von ausländischen (sprich osteuropäischen) Speditionen durchgeführt Während die Lkw’s mit deutschem Kennzeichen sich meist an die Geschwindigkeits- und Überholvorschriften halten würden, seien seiner Einschätzung nach die osteuropäischen Lkw’s zu rund 80 % die Verursacher von Staus, verbunden mit Elefantenrennen. Bayern, so Strobl, sei durch seine geografische Lage zu den osteuropäischen Nachbarn ein führender Logistikstandort. Das Verkehrsaufkommen steige stetig.

Termin- und Zeitdruck seien seiner Meinung nach häufig die Ursache für so genannte Elefantenrennen auf Bayerns Autobahnen, an denen meist osteuropäische Lkw’s beteiligt seien. So würden sich kilometerlange Staus bilden. Strobl will nun von der Staatsregierung wissen, wie hoch die Beteiligung osteuropäischer Lkw’s im Rahmen von Fahrzeugüberprüfungen und Geschwindigkeitskontrollen sei. Bereits im November 2016 hatte Strobl eine ähnliche Anfrage gestellt. Jetzt will der Abgeordnete wissen, wie das Vorhaben der Staatsregierung, stationäre Kontrollstellen unter Einbindung weiterer Kontrollorgane an geeigneten Örtlichkeiten zu errichten, um den Schwerlastverkehr noch wirksamer kontrollieren zu können, umgesetzt wurde.

„Die osteuropäischen Lkw-Fahrer sind dabei die Ärmsten“, bedauert Strobl. Im Verhältnis eine schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitsverhältnisse und Termin- und Zeitdruck seien an der Tagesordnung. „Wer von uns will schon mit diesen Lkw-Fahrern tauschen?“ Deshalb gehe es nicht um eine Bestrafung dieser Lastwagenfahrer, sondern um eine Aufklärungsarbeit für ausländische Lkw-Fahrer bereits an den Grenzen, z.B. über verkehrliche Bestimmungen, Überholverbote, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Bildung von Rettungsgassen und andere Verkehrsauflagen. Hier müsse endlich eine verstärkte Aufklärungsarbeit betrieben werden im Interesse von mehr Verkehrssicherheit auf unseren Straßen.