Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

SPD-Kreisräte besuchten das "Ilzer Land"

Amberg-Sulzbach/Perlesreut. (sor)
Dem „Ilzer Land“ galt vor kurzem die Aufmerksamkeit der SPD-Kreisräte. Das „Ilzer Land“ im Bayerischen Wald hat mit Problemen zu kämpfen, die man teilweise auch aus unserer Region und aus vielen Teilen Bayerns kennt: Bevölkerungsabnahme, aber Zunahme der Senioren, eine Sogwirkung der Metropolregionen auf Unternehmen und junge Leute, aber auch Fehler der Vergangenheit in der Bauleitplanung, Ausweisung von Gewerbeflächen auf der „grünen Wiese“ und nicht verwertbare Baugebiete.

Das sind nur ein paar Punkte, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen. Wie gehen die Gemeinden in diesem Gemeindeverbund damit um? Was zeichnet dieses Modell aus?

Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Bgm. Winfried Franz wollten sich davon selbst vor Ort ein Bild machen und suchten das Gespräch mit Bürgermeister Manfred Eibl (Markt Perlesreut). Den Kontakt hergestellt hatte MdL Reinhold Strobl über seine Bundestagskollegin Rita Hagl-Kehl, die bei mehreren Straßenprojekten in unserem Landkreis helfend zur Seite stand. Bei einem lockeren Gespräch in der Bauhütte in Perlesreut, einem ehemals leerstehenden, denkmalgeschützten Gebäude, diskutierten die SPD-Kreisräte mit Bgm. Eibl. Die Bauhütte wurde zu einem neuen Informations- und Begegnungszentrum für die Ilzer Land Gemeinden umgebaut und ist damit auch eine zentrale Bürger-Anlaufstelle.

Der thematische Schwerpunkt, insbesondere im Beratungs- und Ausstellungsbereich, liegt im Bereich Baukultur und Innenentwicklung. Die Bauhütte gilt in der gesamten Region als Leuchtturmprojekt, nicht zuletzt auch wegen der einmaligen Kooperation zwischen öffentlicher und privater Hand. So gibt es neben öffentlich zugänglichen Tagungs-, Informations- und Beratungsräumen auch sechs seniorengerechte Wohneinheiten im Rückgebäude. Einzigartig sei das Konzept der Zusammenarbeit verschiedener Behörden und Projektpartner, die es in dieser Konstellation so noch nicht gegeben habe. So würden z.B. auf Augenhöhe die Regierung von Niederbayern, Abteilung Städtebau und das Amt für Ländliche Entwicklung intensiv zusammenarbeiten.

Ein wichtiger Teilbereich sei die Innenentwicklung bzw. die Ortskernbelebung. Die Notwendigkeit dieses Aufgabenbereichs ergebe sich aus der Veränderung der Ortszentren im ländlichen Raum und den daraus resultierenden Folgen. Sie hätten mit Verödung, Leerständen und dem Wegzug von Bewohnern und Geschäften zu kämpfen. Dabei seien die Ursachen vielfältig. Zielsetzung sei hier, die Attraktivität der Ortskerne wieder zu steigern und auf Dauer neu zu beleben. Voraussetzung für ein erfolgreiches Gelingen sei zum einen das vorhandene Interesse und die Bereitschaft von Gebäudeeigentümern/Investoren, ihre Leerstände oder Teilleerstände „auf Vordermann“ bringen zu wollen.

Zum anderen seien auch die übrigen Gestalter und Akteure gemeindlichen oder städtischen Lebens gefordert: Werbegemeinschaften und Geschäftsleute in den Zentren müßten sich gleichermaßen engagieren und gemeinsam neue Ideen entwickeln, um die Bevölkerung wieder für ihr Ortszentrum zu begeistern. Dabei sei das „WIR“ entscheidend! Die Entwicklung von Ideen und Konzepten wolle man gemeinsam mit dem Beteiligten erreichen. Leerständen und Teilleerstände wolle man gemeinsam mit dem Partnerbanken aus der Region vermarkten. Eigentümer und Investoren wolle man bei der Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten beraten und unterstützen.

Die SPD-Kreistagsfraktion fand bei diesem Besuch einige Anregungen für die Arbeit im Kreistag und auch in den Gemeinden. So wie im „Ilzer Land“ müsse auch bei und die dauerhafte und bedarfsgerechte Sicherung der zentralörtlichen Versorgungsfunktionen für die Bevölkerung das Ziel sein. Der Einzelhandel, die Gastronomie, das Handwerk und der Dienstleistungsbereich in den Ortskernen müsse gestärkt werden. Auf großes Interesse stieß auch das angedachte Modell eines öffentlichen Personennahverkehrs bei den beteiligten Kommunen.