Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Mali-Hilfe fördert Projekte gegen die Beschneidung

Amberg-Sulzbach (sor)
Seit 2005 arbeitet die LAG Mali mit einem malischen Partner im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung zusammen. Im Vorstand dieses Vereins arbeiten MdL Reinhold Strobl (Schnaittenbach) und Adolf Schatz (Sulzbach-Rosenberg) mit. Vorsitzender ist MdL Stefan Schuster.

Neben anderen Projekten wie die Anlegung von Gärten oder die Alphabetisierung gehört die Fortsetzung der Kampagne gegen die Mädchenbeschneidung (Excision) zum festen Bestandteil der Arbeit der Mali-Hilfe. Begonnen wurden die Projekte gegen die Beschneidung in fünf Dörfern der Kreisstadt Diolia und die Aktionen nach und nach auf 15 Dörfer ausgedehnt. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend. Dennoch, so MdL Reinhold Strobl, ist es nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Entwicklungen wichtig, vor Ort aktiv zu sein: Prediger/Anhänger einer Sekte rufen weiter dazu auf, die Beschneidung aus religiösen Gründen wieder aufzunehmen.

 

Angesichts der bestehenden Heirats- und Verwandtschaftsbeziehungen zu benachbarten Dörfern, die wiederum Einfluss auf die inzwischen überzeugten Dörfer haben könnten, sollen in diesem Jahr 5 neue Dörfer in die Kampagne gegen die Mädchenbeschneidung integriert werden, d.h. insgesamt wären dann 20 Dörfer in die Kampagne eingebunden. In einem anderen Gebiet sind 18 Dörfer der Kommune Pogo mit rund 16.000 Einwohnern (knapp 7.000 sind Frauen) in ein Projekt eingebunden. Dort möchte eine Frauenorganisation mit vielfältigen Methoden erreichen, dass die Rate der Beschneidung von Mädchen (sie ist in dieser Region besonders hoch) reduziert wird. Die Organisation engagiert sich zudem für die Rechte von Mädchen und gegen traditionelle Praktiken, die sie verletzen. Dazu zählt die vorzeitige Verheiratung von minderjährigen Mädchen. In ihrem Ansatz fokussiert die Organisation APSEF dabei die Bildung und setzt auf die Einschulung von Mädchen und die Einbeziehung der Lehrer.

Die Schulen sollen grundsätzlich vermehrt in Kampagnen einbezogen werden und Zwangsheiraten und Gewalt gegen Frauen/Mädchen thematisiert werden. Wie auch bei anderen Projekten sollen die bestehenden Frauengruppen mit Materialien zur Förderung des Gartenbaus unterstützt werden, um sie parallel in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten zu fördern. Außerdem sind Theatertouren durch alle Dörfer, Radiosendungen, Schulungen der neuen und alten Multiplikatoren in den Dörfern und Informationsveranstaltungen der sozialen Gruppen, inkl. Würdenträger, geplant. Auch die medizinischen Behandlungskosten für Frauen, die unter den gesundheitlichen Folgen der Mädchenbeschneidung leiden, sollen übernommen werden.

„Als uns vor ein paar Jahren bei unserer Reise nach Mali ein Dorfhäuptling sagte, dass bei ihm im Dorf keine Mädchen mehr beschnitten werden, sagte er das voller Stolz“, so Strobl. Es sei wichtig, dass man in einem der ärmsten Länder der Welt weiter aktiv bleibe. Die Hilfe der Mali-Hilfe sei Hilfe zur Selbsthilfe. Damit würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Menschen dort, wo sie leben, auch weiterhin leben können. „Es wäre schön, wenn wir Unterstützer aus Amberg-Sulzbach finden könnten, die mithelfen, dass ein eigenes Projekt durchgeführt werden könnte.“

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