Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Amberg. (sor)
Das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Amberg sind in der Regierungsstraße in einem Gebäudekomplex mit mehreren historisch wertvollen Gebäuden aus unterschiedlichen Bauepochen (Renaissance, Barock bis Jugendstil) untergebracht. Der älteste Gebäudeteil (Renaissancebau) stammt aus den Jahren 1544/47 und verfügt über wertvolle Bauelemente. Das jüngste Gebäude,

der Schwurgerichtstrakt, wurde 1911 errichtet. Sanierungen größeren Umfangs haben seitdem nicht stattgefunden.

Infolge erheblicher Schäden an der historischen Bausubstanz (insbesondere bei den Tragwerken), so MdL Reinhold Strobl (SPD), Mitglied im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages, wird seit Mai 2005 das denkmalgeschützte Landgerichtsgebäude in Amberg umgebaut und generalsaniert. Gleichzeitig werde das Landgericht hinsichtlich seiner räumlichen Unterbringung neu strukturiert.

Strobl: „Bereits bei der Bauausführung des 1. Bauabschnitts hat sich herausgestellt, dass die vorhandene Bausubstanz deutlich schlechter war als bisher angenommen, obwohl bereits bei der Erstellung der Haushaltsunterlage-Bau umfangreiche Bestandsuntersuchungen durchgeführt worden sind. Der Sanierungsaufwand hat sich dadurch erheblich erweitert."

Bei den Rückbau- und Freilegungsarbeiten im 2. Bauabschnitt habe sich herausgestellt, dass die historische Bausubstanz des Barockbaus noch weitaus schlechter ist und damit die Kostenprognosen des 2. Nachtrags übertroffen wurden. Insbesondere die schadhaften Trag- und Holzkonstruktionen der barocken Dreiflügelanlage aus dem 18. Jahrhundert sowie die Wandkonstruktion zur direkt angrenzenden Nachbarbebauung erforderten umfangreiche statische Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, um die denkmalgeschützten Gebäude zu stabilisieren.

Auch aufgrund archäologischer Ausgrabungen und Anpassungen an die erhöhten Sicherheitsanforderungen ergaben sich Mehrkosten durch eine Bauzeitenverlängerung. Aufgrund der Vorkommnisse Anfang 2012 in Dachau ist nun eine Vereinzelungsanlage im Haupteingangsbereich mit Windfangelement vorgesehen. Darüber hinaus soll eine getrennte Wegeführung für Zuhörer und Verfahrensbeteiligte zum Schwurgerichtssaal realisiert werden.

Bei seiner heutigen Sitzung, so teilt nun MdL Reinhold Strobl mit, habe der Haushaltsausschuss die Kosten des 3. Nachtrags in Höhe von 2.365.000 € genehmigt. Die Gesamtkosten belaufen sich damit auf insgesamt 26.375.000 €.