Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Amberg-Sulzbach/Vilseck. (sor)
„Wo kommen die Lehrer hin, lt. Kultusminister Spänle im Bereich der Grund-, Mittel- und Förderschulen neu eingestellt werden?" Diese Frage stellt sich der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl. Kaum hatte er die Pressemitteilung des Kultusministers vom Freitag gelesen, worin

stand, dass 1.300 Stellen an Grund-, Haupt- und Mittelschulen zur Verfügung gestellt würden, flatterte ihm ein Brief von Bürgermeister Hans-Martin Schertl auf den Tisch. Dieser berichtet ihm, dass nun die Klassenbildung für das Schuljahr 2012/13 vorliegt. Die Planung sieht für die Klassen 5 und 6 der Mittelschule Vilseck Klassengrößen von 29 (mittlerweile 30, da noch eine Anmeldung erfolgte) bzw. 27 Schülern vor. Die Zahlen würden erheblich über den Größen der Klassen in den anderen drei Mittelschulen des Schulverbundes liegen.

Strobl: „Ich gebe Bürgermeister Schertl vollkommen recht, wenn er schreibt, dass Klassen mit 30 und 27 Schülern eindeutig zu groß sind." Die Unterrichtsbedingungen für Schüler und Lehrkräfte seien in kleineren Klassen deutlich günstiger, was sich letztlich auch im Lernerfolg des einzelnen Schülers positiv niederschlage. Jetzt, so Strobl, treffe das ein, was man schon von vorneherein bei der Einführung der Mittelschule befürchtet habe, nämlich dass Klassen zu groß würden oder dass Schüler, um kleine Klassen aufzufüllen oder kleinere Klassen zu erreichen, von einem Schulstandort zum anderen gefahren werden sollten. Die Verantwortung sei vom Ministerium bzw. dem Schulamt auf die Gemeinden bzw. Schulleitungen verlagert worden. Sie bekämen jetzt den Unmut zu spüren, wenn Klassen zu groß würden oder Schülertourismus durchgeführt werden müsse.

Inzwischen, so Strobl weiter, gebe es an immer mehr Schulen jahrgangskombinierte Klassen, ohne dass ausreichend für eine entsprechende Ausbildung der Lehrerinnen bzw. Lehrer gesorgt worden sei. Auch bei den entsprechenden Lehrerstunden und der Förderung hapere es entsprechend. Erst in der letzten Sitzung des Bildungsausschusses wurde eine entsprechende Petition aus Freihung von der Mehrheit aus CSU und FDP abgelehnt, bedauert Strobl.

„Wie könnte nun Abhilfe geschaffen werden?" Auf diese Frage kann Strobl nur auf die jahrelangen Anträge der SPD-Fraktion auf Einstellung von mehr Lehrern verweisen. Die dauernden Hinweise, dass Bayern Spitze sei, könne er zum einen schon nicht mehr hören und zum anderen helfe dieser Hinweis bei konkreten Fällen nichts. Er bedauert auch, dass alternative Schulmodelle vom Kultusministerium nicht zugelassen würden. Sowohl Vilseck/Freihung als auch Hirschau/Schnaittenbach würden sich vorzüglich als Standorte für eine Gemeinschaftsschule eignen. Im konkreten Fall unterstützt Strobl die Forderung von Bürgermeister Schertl und fordert zwei zusätzliche Lehrkräfte für den Schulstandort Vilseck. Zum Schluss stellt Strobl die Frage, ob es nicht besser sei, wenn entsprechend Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung gestellt würden und die Kinder die Zeit im Unterricht verbringen könnten anstatt dass sie die Zeit im Schulbus auf der Straße verbringen müssten.