Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Amberg-Sulzbach./Neumarkt. (sor)
MdB Marianne Schieder und MdL Reinhold Strobl weisen auf aktuelle Ausschreibung des Leo-Baeck-Programms hin.

Für die Bewahrung der deutsch-jüdischen Geschichte trägt unsere Gesellschaft historische Verantwortung. Die jüdischen Beiträge zur kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung

Deutschlands sichtbar zu machen und zu würdigen, ist das Ziel des LEO BAECK PROGRAMMS der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

Das Programm fördere Projekte, die differenzierte und vielfältige Bilder deutsch-jüdischer Geschichte zeigen und zur Wissensvermittlung über jüdische Kultur beitragen. Die Leitidee sei, jüdische Beiträge als integrale Bestandteile der deutschen und europäischen Geschichte in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu verankern, informiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder.

"Jugendliche reduzieren die Geschichte des Judentums meist auf den Holocaust und wissen wenig oder gar nichts über die gemeinsame deutsch-jüdische Geschichte in ihrem Heimatort. Sie reagieren manchmal ablehnend, wenn sie sich mit dem Judentum oder der NS-Geschichte auseinandersetzen sollen. Umso wichtiger ist es, junge Menschen nicht nur zu informieren, sondern die Geschichte emotional erfahrbar zu machen. Das leisten Zeitzeugen wie Max Mannheimer, der in unseren Schulen tausende Jugendliche erreicht, aber auch die Erforschung von Einzelbiographien", so die Abgeordnete.

MdL Reinhold Strobl ermuntert Jugendliche, an dem Projekt der Stiftung EVZ teilzunehmen, die Spuren einzelner Jüdinnen und Juden in ihrem Ort zu suchen und die Daten über ihr Leben zu sammeln, die es noch zu finden gebe. "Die Schicksale führen den Jugendlichen vor Augen, was damals geschehen ist. Millionen Ermordete - das bleibt eine abstrakte Zahl; Einzelschicksale hingegen gehen uns nahe und machen betroffen."

Gefördert werden neben Lehrerfortbildungen auch schulische Aktivitäten, beispielsweise Workshops für Schüler zur Erkundung lokaler jüdischer Geschichte; aber auch Bildungsangebote, in denen Online- und Printprodukte (z. B. Handreichungen, Lehrmaterialien) erarbeitet werden.

Projektbewerbungen können Bildungseinrichtungen, zivilgesellschaftliche Initiativen, gemeinnützige Organisationen, Museen, Archive und Geschichtswerkstätten einreichen. Die Projekte werden mit bis zu 6.000 € gefördert. Bewerbungsschluss ist der 07.10.2012. Ausschreibungsunterlagen unter: http://www.stiftung-evz.de/leobaeck

Das LEO BAECK PROGRAMM ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung EVZ und der Kommission des Leo Baeck Instituts zur Verbreitung deutsch-jüdischer Geschichte. Das Programm trägt den Namen des Rabbiners Dr. Leo Baeck (1873-1956), eines prominenten Vertreters des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert.