Reinhold Strobl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Grafenau (eb).
„Hausaufgaben gemacht, Einnahmen erhöht und gute Zukunftsaussichten" – so das Fazit einer Besprechungen zwischen SPD-Politikern und der Leitung des Nationalparks Bayerischer Wald.

SPD-MdL Reinhold Strobl, Berichterstatter im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags zum Nationalpark, informierte sich vor Ort zusammen mit Landrat Helmut Behringer, Bezirksrätin Gudrun Peters, Unterbezirks- und Kreisvorsitzende Rita Hagl, Kreisrat Axel Scherzer und Juso-Kreisvorsitzende Bettina Blöhm (alle SPD).

Gemeinsam mit Dr. Franz Leibl, Leiter de Nationalparks, wurden die Kritikpunkte des Obersten Bayerischen Rechnungshofes abgearbeitet. Beschlossen hatte der Haushalts­ausschuss, dass der NP aufgefordert wird, Zielsetzung, Haushalt, Organisation und Personal zu optimieren und die Aufsichts- und Steuerungsfunktion konsequent wahrzunehmen sowie die Überschüsse aus der Holzverwertung transparent in das Haushaltsverfahren einzubeziehen.

Die Vertragsänderung mit der Erlebnisakademie (Betreiber des Baum-Ei), ist - wie gefordert - erfolgt, informierte Dr. Leibl und betonte die Erfolgsgeschichte des Baum-Ei, an dem auch der Freistaat partizipiert. Alleine die Einnahmen aus den Parkgebühren rund um das Ei haben sich mehr als verdoppelt und liegen bei 420.000 Euro. Genauso wie sich die Waldwirtschaft und die Gasthöfe in der Umgebung über dieses Mehr an Besuchern freuen.

Breiten Raum in der Diskussion nahmen auch das Jugendwaldheim und die Nationalparkwacht ein. Die Kritik, dass das Wessely-Jugendwaldheim die Jugendherbergen preislich unterbietet, wurde beherzigt und die Preise angeglichen. „Die Häuser sind nicht miteinander zu vergleichen", erklärte Dr. Leibl zu diesem Problem. „Das Umweltbildungskonzept im Wessely-Haus sieht Natur und Technik als übergeordnetes Ziel vor. Umweltbildung sind mir ein Herzensanliegen", so Dr. Leibl. Er verwies auf das Programm, mit dem 100 Schulklassen eine Busfahrt in den Nationalpark gesponsert bekommen. „Besonders für die Grundschulen war dies ein Renner. Gerade vor dem Hintergrund, dass Teile der Bevölkerung den Park immer noch negativ bewerten, ist wichtig, dass die Information bei den Kleinsten beginnt und auch in den weiterführenden Schulen möglich ist", so UB-Vorsitzende Rita Hagl.

Auf die Frage von Reinhold Strobl, wie es mit der Nationalparkwacht weiter gehen soll, die nach seiner Ansicht verbesserungsbedürftig ist, verwies Parkleiter Dr. Leibl auf die Stabstelle, die am 1. November 2011 installiert wurde. Bereits jetzt müssen 4 von 27 Ranger auf dem Parkplatzgelände Dienst tun, auch wurde die Präsenz am Wochenende im Park verstärkt. Hinzu kommt, dass die Ranger auch zu Nachtzeiten unterwegs sein müssen. Auf jeden Fall ist die Nationalparkwacht verbesserungsbedürftig. Ziel ist, Waldarbeiter des Nationalparks für die Arbeit als Ranger zu gewinnen und umzuschulen. Es gab auch ein großes Lob für den Verein „Pro-Nationalpark", der im Jahr rund 3000 Führungen für Gruppen und Schulklassen übernimmt und damit die Ranger entlastet.

Ein besonderes Kapitel sind die Einnahmen aus der Holzverwertung, die bis jetzt für Wegebau und besondere Maßnahmen verwendet werden konnten. Diese müssen in Zukunft an die Staatsregierung abgeführt werden. Die Einnahmen aus der Holzverwertung richten sich nach dem Borkenkäferbefall und Sturmkatastrophen und sind damit eine sehr unsichere Einnahme. Wünschenswert ist auf jeden Fall eine feste Summe im Haushalt für Investitionen im Park, sind es doch 210 km Fahrradwege, 80 km Loipen, 700 km Forststraßen und Wanderwege.

SPD-Bezirksrätin Gudrun Peters wollte wissen, ob in den Hochlagen des Erweiterungsgebietes noch nachgepflanzt wird. Das konnte Dr. Leibl bestätigen und ergänzte, dass dies mit Pflanzen aus dem natürlichen Nachwuchs erfolgt. Für den Tourismus, darüber waren sich alle Teilnehmer der Informationsveranstaltung einig, ist der Nationalpark Motor und mit dem Baum-Ei als Alleinstellungsmerkmal nicht mehr wegzudenken.